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„Wenn ich schon sterben muss, dann soll es kurz und schmerzlos sein“ – Sterben in der Schweiz

„Ich möchte einst im hohen Alter sterben“
Statistisch gesehen, haben Sie durchaus Chancen, dass Ihr Wunsch in Erfüllung geht. Denn von den 63‘938 Menschen, welche Im Jahr 2014 starben, starben viele im hohen Alter.  Während zu Beginn des 19. Jahrhunderts die durchschnittliche Lebenserwartung noch unter 40 Jahre lag, liegt sie heute (Zahlen aus dem Jahr 2014) bei den Frauen bei 85.2 Jahre und bei den Männern bei 81 Jahren – dank den medizinischen Fortschritten und der Abnahme der Kindersterblichkeit.

Todesursachen nach Altersklassen 2014

„Wenn ich schon sterben muss, dann soll es kurz und schmerzlos sein“
Hier muss ich Sie leider – statistisch gesehen – enttäuschen. Unter 10% der Menschen in der Schweiz sterben plötzlich, unerwartet und werden quasi Mitten aus dem Leben gerissen. Die Allermeisten erleben eine Phase der Pflegebedürftigkeit, welche Wochen, Monate, manchmal auch Jahre dauert. Die durchschnittliche Betreuungsdauer liegt bei drei bis fünf Jahren.
Die Länge der Pflegebedürftigkeit hat auch mit dem Wandel der Todesursachen zu tun. Während Todesursachen aufgrund von Infektionserkrankungen durch die Entdeckung der Antibiotika massiv eingedämmt werden konnten, sterben heute die Menschen an erster Stelle an Herz-Kreislauferkrankungen (ca. 33%), Krebserkrankungen (ca. 26%) und Demenz. Auffällig ist, dass die Todesursache Demenz mit steigendem Lebensalter steigt.

„Ich möchte selbst entscheiden, wann es genug ist“
Sie kennen sicherlich alle die Diskussionen um selbstbestimmtes Sterben. Die Zahlen sind hierzu eindeutig: Immer mehr Menschen in der Schweiz wählen den assistierten Suizid:  So verstarben im Jahr 2014 742 Menschen durch assistierten Suizid, das sind 26% mehr als ein Jahr zuvor. Die Betroffenen waren allermeist über 55 Jahre alt und litten an einer schweren körperlichen Krankheit (am häufigsten Krebs).

 

Verwendete Literatur: